„Wenn Gott eine Farbe wäre…“

Ein Beitrag zu einem Anfangsritual im Religionsunterricht

von Susanne Brennberger – Religionslehrerin an der Martinsschule Ladenburg/SBBZ für körperliche und motorische Entwicklung und InRuKa-Beraterin für die Schuldekanate Ladenburg-Weinheim und Mannheim

Mit den Schülerinnen und Schülern gestalte ich am Anfang des RUs eine gemeinsame Mitte. Wir erinnern uns daran, dass Gott, auch wenn wir ihn nicht sehen, in unserer Mitte ist (dabei zeige ich eine Karte mit „leerem Fenster“ und dem Namen Gott). In großen Lerngruppen darf nun jede Stunde ein anderer Schüler ein farbiges KETT-Tuch für die Mitte aussuchen, in kleinen Gruppen, darf jeder Schüler jede Stunde einen Tuchstreifen in die Mitte legen. Dazu soll der Satz „Wenn Gott eine Farbe wäre, dann wäre er für mich…“ ergänzt werden. Dann stellen wir unsere Kerze auf das Tuch, bzw. die Tücher, singen oder sprechen ein Gebet.
 
 Quelle: Susanne Brennberger

Quelle: Susanne Brennberger



Diese Aufgabe fördert bei den Schülerinnen und Schülern das Verständnis und den Gebrauch metaphorischer und symbolischer Sprache * und hilft mir, das Gottesverständnis der Kinder und Jugendlichen etwas kennenzulernen.

Beispiel:
„Wenn Gott eine Farbe wäre, dann wäre er für mich weiß. Weiß wie die Wolken, weil wir ihn nicht sehen können, weil er hinter den Wolken ist“.
„Wenn Gott eine Farbe wäre, dann wäre er für mich gelb. Gelb wie das Licht, weil wir im Religionsunterricht eine Kerze anzünden und sagen: Gott will unser Leben hell machen.“
„Wenn Gott eine Farbe wäre, dann wäre er für mich rot. Wie ein rotes Herz, weil Gott uns liebhat.“

Für eine intensivere Auseinandersetzung mit der Frage nach der Entwicklung des Gottesverständnisses empfehle ich Lothar Kuld: Wie Kinder und Jugendliche Religion verstehen. Das Entscheidende ist unsichtbar (BRIGG-/Oldenbourg Schulbuchverlag, 2013).

Zur Vertiefung/Festigung z.B. im Rahmen einer Unterrichtseinheit zur Frage nach Gott bietet sich aus dem Lehrerband zur „Die Reli-Reise 3/4 “ (Klett-Verlag) das Arbeitsblatt S. 223 an. Die Lehrermaterialien dieser Reihe sind besonders „inklusionsfreundlich“, da sich die Arbeitsmaterialien im Wordformat problemlos differenzieren lassen.
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* vgl die Formulierung der Prozessbezogenen Kompetenzen im Bildungsplan GS und SEK I (2016) und die Beschreibung religiöser Kompetenzen in den Bildungsplänen der Förderschule Lernen (2008) und der Schule für Geistigbehinderte (2009):
  • Deuten
    „SuS können Sprach- und Ausdrucksformen wie Metaphern, Symbole und Bilder, die auf eine andere Dimension der Wirklichkeit verweisen, erkennen und deuten.“
  • Gestalten und handeln
    „SuS können an religiösen und liturgischen Ausdrucksformen reflektiert teilnehmen und diese mitgestalten.“
  • Religiöse Kompetenz heißt
    „sich in Freiheit auf religiöse Ausdrucks und Sprachformen (zum Beispiel Symbole und Rituale) einzulassen und sie mitzugestalten.“
 
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